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Corona-Krise: Tötungen von Zehntausenden Nerzen auf Pelzfarmen in Spanien und den Niederlanden


Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus in einer spanischen Zuchtfarm für Nerze haben die Behörden die Tötung von fast 93.000 Tieren angeordnet. Sieben Mitarbeiter des Betriebs in Puebla de Valverde waren vor knapp zwei Monaten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Weitere Tests ergaben, dass sich 87 Prozent der Nerze mit dem Coronavirus infiziert hatten. Daraufhin beschloss die Regionalregierung, alle Tiere zu töten, um eine mögliche Übertragung des Erregers auf Menschen zu verhindern.

 

Auch in den Niederlanden waren Anfang Juli nach Corona-Ausbrüchen in 20 Zuchtbetrieben Zehntausende Nerze getötet worden, nachdem mindestens zwei Arbeiter sich hier mit dem Coronavirus ansteckten.

 

Das niederländische Parlament kündigte an alle 128 verbleibenden Nerzfarmen bereits zum Jahresende endgültig schließen zu wollen. Ursprünglich sollte die Nerzzucht erst ab 2024 verboten werden.

 

Quelle und weitere Informationen:

Stuttgarter Zeitung: Zehntausende Nerze werden wegen Corona getötet.



Repressionsschlag gegen spanische Tierbefreiungsbewegung


12 Spanische Anti-Pelz-Aktivist_innen verhaftet / Solidaritätsaktionen in über 20 Ländern

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Am 22. Juni 2011 hat die spanische Polizei die Wohnungen von 12 Aktivist_innen der Tierrechtsorganisationen Igualdad Animal und Equanimal durchsucht. Aktivist_innen aus den Regionen Madrid, Asturias, Vizcaya und Galizien wurden in Untersuchungshaft genommen und dem Gericht in Santiago de Compostela überstellt. Vorgeworfen werden ihnen strafbare Verstöße gegen den Umweltschutz, Störung der öffentlichen Ordnung sowie die Gründung einer kriminellen Vereinigung. Die spanische Polizei hat Recherchematerial, welches in vielen Jahren intensiver Arbeit erstellt wurde, sowie Computer und andere Gegenstände beschlagnahmt (Statement von Animal Equality hier).

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Die Durchsuchungen und Festnahmen wurden vom Richter des Gerichts in Santiago de Compostela, Galizien angeordnet. Sie stehen in Zusammenhang mit der Freilassung von 20.000 Nerzen aus einer Nerzfarm in Santiago de Compostela 2007. Sowohl Igualdad Animal als auch Equanimal haben öffentlich die Ausbeutung, die Gefangenschaft und den Mord von jährlich mehr als 300.000 Tieren durch die spanische Pelzindustrie verurteilt. Beide Organisationen werden ihre Kritik und ihren Protest auch weiterhin artikulieren. Jede einzelne der etlichen Undercover-Recherchen auf europäischen Pelzfarmen in den letzten Jahren hat das gleiche Bild an die Öffentlichkeit gezerrt: Den Schmerz, die Frustration, das unermessliche Leiden sogenannter Pelztiere. Im Dezember 2010 konnte Igualdad Animal während einer solchen Recherche beispielsweise dokumentieren, wie Nerze vergast werden – eine gängie Tötungspraxis aus Pelzfarmen (Recherche-Homepage | Vimeo-Video | Flickr). Diese Farmen sind Orte des systematischen Tötens, sie sind Stätten, denen jährlich weltweit über 50.000.000 Tiere zum Opfer fallen.

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Zwei Tage nach der Durchsuchungs- und Verhaftungswelle wurde zu einem internationalen Aktionstag aufgerufen. In über 20 Ländern demonstrierten Unterstützer_innen der Betroffenen spanischen Tierbefreier_innen gegen das Vorgehen der Repressionsbehörden (Übersicht: hier). Auch in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart und Wien wurden Demonstrationen abgehalten. Die Offensive gegen die Pelzindustrie solidarisiert sich mit den betroffenen Aktivist_innen und fordert ihre sofortige Freilassung sowie die Einstellung aller Verfahren!

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Weitere Informationen:

Betroffene Organisationen: Igualdad Animal | Equanimal

Hintergrundinfos: Free the Spanish 12 | Green is the new red | Artikel der Offensive zu Repression

Solidarität zeigen:  Übersicht Botschaften und Konsulate | Vorlage Flugblatt (dt) | Vorlage Plakat (en)

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Internationale Neuigkeiten


Nicht nur die Offensive gegen die Pelzindustrie kämpft unermüdlich für ein baldiges Ende der Pelzindustrie. Auch international sind Aktvist_innen stetig aktiv, um die Pelzindustrie abzuschaffen. Hier einige Zusammenfassungen aktueller Entwicklungen:

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Schweden

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Seit der Pelzfarmrecherche in Schweden 2010 gab es eine anhaltende Debatte über die Zukunft der Pelzindustrie. In diesem Kontext wurde über Novellierungen der Haltungsverordnungen debattiert, die nun zu einem negativen Ergebnis geführt haben: Die Schwedische Regierung fühlt sich nicht dazu veranlasst, die Tierschutzgesetze auf die Pelzfarmen anzuwenden. Eine Neuregelung (z.B. in Form einer Vergrößerung der Käfige) hätte das Potenzial gehabt, die ‘Produktion’ von Pelzen derart unrentabel zu machen, dass die Farmen auf Grund des ökonomischen Drucks hätten geschlossen werden müssen. Die Schwedischen Anti-Pelz-Aktivist_innen haben angekündigt, ihre Proteste für ein Ende der Pelzindustrie unvermindert fortzuführen.

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Norwegen

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Nachdem 2010 die dritte großangelegte Recherche über die norwegischen Pelzfarmen veröffentlicht wurde (YouTube 1 | 2 , Flickr), zeichnet sich ein signifikanter Wandel in der öffentliche Meinung über Pelz in Norwegen ab. Erstmalige berichtete das nationale Fernsehen über die Gewalt, die Tieren auf Pelzfarmen widerfährt. Das Kamerateam begeleitete sogar Aktivist_innen bei einem nächtlichen Farmbesuch (Bericht). Die norwegischen TierbefreiungsaktivistInnen konnten die Bilder aus den Farmen wochenlang in Zeitungen und Fernsehen halten und somit maßgeblich an der öffentlichen Debatte teilnehmen.

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In Folge der Proteste kündigte nun auch die ‘Oslo Fashion Week’ (OFW) an, keinerlei Pelzbekleidung mehr während der Shows zu akzeptieren. Die OFW zählt zu den zentralen norwegischen Akteuren der Fashion-Branche und hat nun sogar eine eigene Anti-Pelz-Kampagne gestartet (Berichte: 1 | 2). Auch die norwegische Links-Partei hat ein eigenes Flugblatt zum derzeit diskutierten Pelzfarmverbot veröffentlicht sowie Demonstrationen gegen die Pelzindustrie abgehalten. Und selbst die Konservativen haben ihre Unterstützung in einer Presseaussendung ausgedrückt.

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Einer der Höhepunkte der Anti-Pelzproteste war sicherlich die Demonstration in Oslo am 13. November 2010, an der ca. 4000 Menschen teilnahmen. Weitere 2000 Menschen demonstrierten in 7 anderen Städten. (Zeitungsbericht | YouTube-Video). Weitere Informationen zur norwegischen Anti-Pelz-Recherche finden sich auf der Internetseite  http://forbypels.no.

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USA

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In den USA wurde ein Gesetz erlassen, dass die transparente Kennzeichnung von Pelzprodukten verbindlich macht. Hintergrund der Entwicklung waren unter anderem Funde von fälschlicherweise als “Kunstpelz” deklarierten Pelzen oder Pelzprodukte ohne Kennzeichnungen. Die Offensive gegen die Pelzindustrie begrüßt derlei Entwicklungen, betont aber, dass es grundlegend irrelevant ist, welches Tier für die Pelzindustrie stirbt, da jedes Opfer eines zu viel ist. Überdies wird die ‘Transparenz’-Frage ohnehin obsolet, sobald die Pelzindustrie in Gänze abgeschafft ist.

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Neue Recherchen zur Pelzindustrie (China, Tschechien, Spanien):

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Die von Igualdad Animal in Spanien durchgeführte Recherche über dortige Nerzfarmen wurde nochmals aktualisiert (Vimeo-Video, Flickr).  Auch diese Recherche hat wieder große Medienresonanz hervorgerufen (Berichte). Kürzlich wurde zudem aktuelles Bildmaterial von Pelzfarmen aus China veröffentlicht (Link). Auch aus Tschechien wurde neues Bildmaterial  veröffentlicht (Bilder: 1 | 2 | 3 | 4 ).