OGPI INFO

Nein zu Pelzfarmen – Überblick zu Pelzfarmverboten in Europa


In vielen europäischen Ländern wurden und werden Pelzfarmverbote diskutiert und gesetzlich verabschiedet. In einigen Ländern existieren keine Pelzfarmen mehr aufgrund von hohen Tierschutzstandards. In den Jahren 2000 und 2004 waren Großbritannien und Österreich die ersten Länder, die Pelzfarmen verboten. Aktuell finden Diskussionen dazu in den Parlamenten in Irland und der Ukraine statt. Immer weniger Länder scheinen an der Pelzindustrie festzuhalten. Eine Übersicht:

 

Pelzfarmverbote

Irland wird höchstwahrscheinlich das 15. Land in der europäischen Union werden, das Pelzfarmen verbietet. Im September 2019 wird das entsprechende Gesetz im Parlament vorgestellt. Ziel ist es, neue Farmen zu verhindern und bestehende mit einer Übergangsphase zu schließen. 80 Prozent der irischen Bevölkerung unterstützen ein Verbot, ebenso wie die irische Tierärzt_innenvereinigung Veterinary Ireland , die ein sofortiges und komplettes Verbot der Züchtung und Haltung von Nerzen und anderen Wildtieren zur Pelzgewinnung empfiehlt. “Sie begründen ihre Empfehlung mit wissenschaftlichen Untersuchungen, die seit Jahren immer deutlicher machen, dass die Bedürfnisse dieser Tiere nicht befriedigt werden können mit dem aktuellen Stand der Pelzfarmhaltung.”[1]

Weitere Länder wie Polen und Litauen diskutieren über ein mögliches Verbot. Auch Montenegro überlegt ein Pelzfarmverbot. Das Land hat aktuell keine bestehenden Pelzfarmen, möchte aber verhindern, dass durch Pelzfarmverbote in den Nachbarländern die dortigen Pelzfarmer_innen nach Montenegro ziehen. Auch die Ukraine diskutiert über ein mögliches Pelzfarmverbot. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, wäre es in der Ukraine ab dem 1. Januar 2025 verboten, Tiere ihres Felles wegen zu züchten und zu töten. Das Gesetz wurde formuliert, nachdem eine Petition diesbezüglich eine Rekordbeteiligung von 27.500 Stimmen erhielt.

In Estland hat es leider nicht für ein Verbot gereicht. Von den 101 Sitzen stimmten 28 für und 25 Stimmen gegen ein Verbot, 30 Stimmen enthielten sich. Es gab damit zwar eine relative Mehrheit, aber nicht die erforderlichen 51 Stimmen. Somit werden in Estland vorerst weiterhin circa 55.000 Füchse, Nerze und Chinchillas leben und sterben für die Mode.

Pelzfarmen sind oder werden ab einem bestimmten Zeitpunkt in folgenden Ländern verboten sein: Belgien (2023), Bosnien-Herzegovina (2029), Dänemark (nur Füchse und Marderhunde 2023), Großbritannien (2000), Kroatien (2018), Luxemburg (2018), Mazedonien (2014), Norwegen (2025), Niederlande (2024), Schweden (nur Füchse und Chinchillas), Serbien (2019), Slowenien (2016), Tschechien (2019) und Österreich (2004).

 

Hohe Tierschutzstandards

Interessanterweise wird in vielen Übersichten über pelzfreie Länder immer wieder Deutschland mit aufgeführt, obwohl Deutschland kein offizielles Pelzfarmverbot hat, sondern nur Standards innerhalb der Farmen verlangt, die eine Pelzfarm wirtschaftlich unrentabel machen würden. Das gleiche gilt für die Schweiz, in der ebenfalls keine Pelzfarmen mehr existieren.

 

Europäische Pelzfarmen

Die meisten Pelzfarmen befinden sich in Polen und Finnland. Schweden, das traditionell viele Pelzfarmen unterhielt, hat laut der Organisation Djurrättsalliansen nur noch 54 aktive Farmen. 2015 wurden jedes Jahr noch 1,2 Millionen Nerze getötet, aktuell sind es 650.000 Nerze. Fuchsfarmen sind bereits verboten und vor einigen Jahren schloss die letzte Chinchillafarm des Landes.

Zu den europäischen Ländern, die noch an der Pelzindustrie festhalten, gehört auch Spanien. Dort werden laut fureurope.eu [2] 650.000 Nerze für ihr Fell gezüchtet und getötet. Spanien hat jedoch ebenfalls eine Übergangsfrist beschlossen, innerhalb der die ungefähr 50 Nerzfarmen des Landes geschlossen werden müssen. Bis wann die Farmen Zeit haben, ist noch nicht klar. Doch ab einem bestimmten Zeitpunkt wird es auch keinen Pelz mehr aus Spanien geben. In Italien gibt es eine aktive Tierrechtsbewegung, die seit Jahren versucht, ein Pelzfarmverbot durchzusetzen. Obwohl 90 Prozent der italienischen Bevölkerung nach Undercoverrecherchen 2018 ein Verbot unterstützen, ignorierte die Regierung das Thema. Die Aktivist_innen hoffen auf eine neue Regierungszusammensetzung und klären weiterhin Abgeordnete über das Thema auf. Und auch in Italien werden bereits weniger Nerze ermordet, als noch vor ein paar Jahren.

Auch wenn die Zahlen der für ihr Fell ermordeten Individuen in Europa sinkt, sind sie weiterhin unfassbar hoch. Und in Ländern außerhalb Europas leiden und sterben ebenfalls Millionen Tiere. Um die Pelzindustrie wirklich abzuschaffen, müssen wir auf allen Ebenen kämpfen. Unerwarteterweise führten strengere Haltungsbedingungen dazu, dass Farmen geschlossen wurden und es somit in Deutschland keine Pelzfarmen mehr gibt. In anderen Ländern führte es zum Erfolg, mit Politiker_innen und einer aufgeklärten Bevölkerung Pelzfarmverbote durchzusetzen. Der nächste Schritt wäre wie in Kalifornien, USA, ein Verbot des Verkaufs von Pelzwaren. Und wir brauchen auch weiterhin Kampagnen, um Unternehmen zum Ausstieg aus dem Pelzhandel zu bewegen und direkte Aktionen, um den Druck zu erhöhen. Denn auch in Länder, die keine Pelzfarmen (mehr) haben, werden weiterhin Echtpelzwaren importiert und zum Verkauf angeboten.

 

Aktuelle Daten zur Tierhaltung auf Pelzfarmen

Laut fureurope.eu gibt es noch Länder mit Pelzfarmen: Bulgarien mit zwei Nerzfarmen (100.000 Tiere), Dänemark mit 1.500 Farmen (19.000.000 Nerze, 45.000 Chinchillas, 2.500 Füchse), Estland mit 40 Pelzfarmen (41.000 Nerze, 11.000 Füchse, 5.000 Chinchillas), Finnland mit 914 Pelzfarmen (1.876.000 Nerze, 2.633.000 Füchse, 160.000 Marderhunde), Frankreich mit 9 Nerzfarmen (100.000 Tiere), Griechenland mit 98 Farmen (1.600.000 Nerze), Italien mit 20 Nerzfarmen (145.000 Nerze), Lettland mit 8 Pelzfarmen (600.000 Nerze, 2.400 Füchse, 1.500 Chinchillas), Litauen mit 131 Pelzfarmen (1.300.000 Nerze, 1.500 Füchse, 30.000 Chinchillas), Polen mit 1.144 Pelzfarmen (5.250.000 Nerze, 35.000 Füchse, 1.000 Marderhunde, 70.000 Chinchillas), Rumänien mit 153 Pelzfarmen (230.000 Nerze, 15.000 Chinchillas), Schweden mit 50 Nerzfarmen (650.000 Nerze) und Ungarn mit 213 Chinchillafarmen (25.000 Chinchillas).

 

Die Pelzindustrie mit all ihren Facetten gehört abgeschafft! Überall!



Sind Pelze raus aus den Regalen? Auswertung vom OGPI Pelzcheck 2019/2020


Es geht beim Pelzcheck um zwei Dinge: Zum einen soll das Sortiment möglichst vieler Unternehmen, die sich in der Vergangenheit zum Ausstieg aus dem Pelzhandel verpflichtet haben, systematisch kontrolliert werden. Zum anderen wollen wir uns einen Überblick darüber verschaffen, welche der Unternehmen ohne explizite Pelzausstiegserklärung noch Echtpelze im Sortiment haben. Der Fokus lag beim diesjährigen Pelzcheck auf AppelrathCüpper, Karstadt und Escada.

 

AppelrathCüpper und Karstadt

Das Modeunternehmen AppelrathCüpper gab 2006 seinen Ausstieg aus dem Pelzhandel bekannt. Seitdem wurden immer wieder Echtpelze in manchen Filialen gefunden, teilweise viel mehr, als dass es wirklich Fehleinkäufe sein konnten. 2014 wurde aufgrund von erneuten Funden ein Aktionstag geplant und angekündigt und erst kurz vorher bestätigte AppelrathCüpper, dass sie auch weiterhin pelzfrei sein werden. Dem voraus gegangen war intensive Kommunikation zwischen AppelrathCüpper und der Offensive gegen die Pelzindustrie (OGPI) zum Thema Kaninchenfell, welches das Unternehmen zusammen mit Lammfell wieder verkaufen wollte. Da Kaninchenfell jedoch immer Teil der Pelzverzichtserklärung ist, konnte AppelrathCüpper überzeugt werden, auch unbefristet aus dem Handel mit Kaninchenfellen auszusteigen. Nach dem Pelzcheck 2018/19 beschloss die OGPI, das Unternehmen nicht mehr zu den pelzfreien, sondern zu den pelzverkaufenden Unternehmen zu zählen, da die wiederholten Pelzfunde keine andere Erklärung mehr zuließen. Beim diesjährigen Pelzcheck wurde jedoch kein Echtpelz gefunden. Scheinbar hat der Druck auf das Unternehmen dieses Jahr gewirkt und AppelrathCüpper hat ausnahmsweise vorher schon dafür gesorgt, dass es keine Echtpelze in den Filialen gibt. Auch bei KARSTADT wurden außer Lammfell keine Echtpelze gefunden. Das Unternehmen stieg 2002 als KarstadtQuelle aus dem Pelzhandel aus, es gab jedoch immer wieder Pelzfunde, weshalb das Unternehmen im Fokus bleibt.

 

ESCADA

Wie zu erwarten finden sich online und in den Filialen Echtpelze von Marderhunden und Kaninchen. In der Escada Filiale in Hamburg fanden sich zwei Mäntel mit Kaninchenbesatz so im Laden arrangiert, dass man es von außen nicht sehen kann. Die Verkäuferin hat auch freiwillig Auskunft gegeben, dass man das so wegen der Pelzgegner_innen machen würde. Das Unternehmen verweigert nach wie vor die Kommunikation mit der OGPI oder anderen Tierrechtsorganisationen. Escada war von 2007 bis 2010 im Fokus von Antipelzprotesten und ist daraufhin aus dem Pelzhandel ausgestiegen. 2017 wurden das erste Mal wieder Echtpelze im Sortiment entdeckt und seitdem gibt es regelmäßige Proteste vor den Filialen und auf social media. Escada steckt seit Jahren in einer finanziellen Krise und Umstrukturierungsbemühungen. Vergangenen Herbst wurde das Unternehmen erneut verkauft und steht jetzt unter der Kontrolle des amerikanischen Finanzinvestors REGENT. Dieser hat zahlreiche Manager_innen entlassen und will das Modelabel wieder auf Schiene bringen. Die OGPI wird weiterhin fordern und dafür kämpfen, dass ESCADA pelzfrei wird.

 

Weitere Pelzfunde

Es sind inzwischen eher unbekannte Marken und kleine, regionale Läden, die Echtpelzprodukte verkaufen, da die großen Warenhäuser bereits ausgestiegen sind oder den Pelzausstieg innerhalb der nächsten zwei Jahre angekündigt haben, wie beispielsweise BOGNER. Daniels, Elara, Femme und SINN sind dieses Jahr Modeläden, in denen Echtpelzprodukte gefunden wurden. Alle Unternehmen werden von der OGPI angeschrieben und aufgefordert aus dem Pelzhandel auszusteigen. Sie werden zusätzlich mit Informationsmaterial zur Pelzindustrie versorgt. Das Luxusmodehaus Oberpollinger in München verkauft eine Jacke mit Waschbärfellkragen und wird ebenfalls deswegen angeschrieben und an seine Pelzfreiheit erinnert.

 

Kein Echtpelz

Weiterhin als pelzfrei gelten die Unternehmen C&A, Gerry Weber, Kaufhof, KaDeWe, P&C, Sportcheck und ZARA. Gegen einige dieser Unternehmen wurden Antipelzkampagnen geführt, die Kampagne gegen Peek&Cloppenburg gilt als die intensivste Kampagne gegen Pelz der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung. Sie wurde von 2002 bis 2006 mit über 1500 Aktionen geführt. 2014 wurde aufgrund vom Pelzcheck klar, dass P&C West versucht, mit Kaninchenfellen wieder in den Pelzhandel einzusteigen. Die darauffolgende Kampagne ging nur wenige Monate, bis sich P&C West entschied, doch lieber weiterhin als pelzfreies Unternehmen zu gelten.

 

Die Bedeutung des Pelzchecks

Der alljährliche Pelzcheck hat immer wieder dazu beigetragen, schnell auf Wiedereinstiegsversuche reagieren zu können. Teilweise reichte es, die betroffenen Unternehmen anzuschreiben und sie schickten die Ware zurück. Manchmal war ein Aktionstag nötig oder eine neue Kampagne, doch immer wurde den Unternehmen klar, dass die Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung auf jeden Wiedereinstieg in den Pelzhandel mit Protesten reagiert. Damit das so bleibt, braucht es jedes Jahr Unterstützung durch Aktivist_innen, die Filialen nach Echtpelz durchsuchen und uns die Ergebnisse mitteilen. Nur so bleiben Unternehmen pelzfrei!

Vielen Dank an alle, die uns Informationen geschickt, Fotos gemacht und Verkäufer_innen in den Filialen angesprochen haben. Pelze sind zwar leider noch nicht raus aus den Regalen, aber es wird weniger. Dank aller, die seit Jahren und Jahrzehnten gegen die Pelzindustrie kämpfen.

 

DANKE!

Eure Offensive gegen die Pelzindustrie



Don‘t invest in the fur trade! Finanzinvestor ‚Regent‘ übernimmt Escada – Aufruf zum Protest!


 

Ende vergangenen Jahres hat der US-amerikanische Finanzinvestor ‚Regent‘ das angeschlagene deutsche Luxusmodeunternehmen Escada übernommen. Nach dessen Wiedereinstieg in den Pelzhandel vor knapp 3 Jahren, ist Escada erneut Ziel von Protesten von Pelzgegner*innen. Bisher reagierte das Unternehmen nicht auf die kontinuierlichen Antipelzproteste vor seinen Filialen und macht weiter Profite auf Kosten unzähliger sogenannter Pelztiere.

 

Mit der Übernahme von Escada trägt Regent auch Verantwortung für dessen Unternehmenspolitik. Escada ist eines der letzten deutschen Modeketten, die noch am Pelzhandel festhalten. Doch die Zeit diesen zu beenden ist längst überfällig. Michael A. Reinstein, Geschäftsführer von Regent, wurde bereits persönlich über Escadas Beteiligung an der Tierausbeutung durch die Pelzindustrie sowie die andauernden Proteste informiert.

 

Wir, die Offensive gegen die Pelzindustrie, rufen daher dazu auf, jetzt weiter Druck zu machen. Schreibt Regent und fordert ein sofortiges Ende der Beteiligung am Pelzhandel.

 

  • Protest via E-Mail: customerservice@regentlp.com
  • Protestpostkarten und -briefe: REGENT, L.P 9720 Wilshire Boulevard, 6th floor Beverly Hills, CA 90212 USA

 

Wenn ihr Rückmeldungen erhaltet, bitte gebt der OGPI (info@offensive-gegen-die-pelzindustrie.net) eine kurze Rückmeldung. Danke!

 

E-Mail-Vorlage:

Dear Michael A. Reinstein

I recently learned that your company ‘Regent’ has taken over the German luxury fashion company ‘Escada’.

As you surely know, Escada is one of the last German fashion companies still selling fur. Escada therefore profits from the brutal exploitation of countless animals by the fur industry. For Since several years there are continuous protests in front of Escada stores in Germany and other countries.

With the takeover of Escada, Regent is responsible for their company policy. We therefore call on you to live up to your responsibility and make the long overdue exit from the fur trade now!

I look forward to receiving your answer.

With kind regards …



Aufruf: Winteraktionstage gegen ESCADAs Pelzhandel 20.-24. Dezember 2019


Ob wir es wollen oder nicht, bald ist es wieder soweit: Massen strömen in die Bekleidungsläden der Innenstädte und Einkaufszentren. Der Einzelhandel fährt in den Tagen vor Weihnachten seinen alljährlichen Umsatz-Höhepunkt ein, auch ESCADA. Rund ein Fünftel des Jahresumsatzes machen die Wochen vor Weihnachten im Bekleidungseinzelhandel aus. Online steht der Handel dem in nichts mehr nach. Fast zeitgleich beginnt die sogenannte Ernte auf den Pelztierfarmen. Am laufenden Band werden Millionen von Tiere in nur wenigen Wochen brutal ihrer Leben beraubt. Die winterlichen Massentötungen finden statt, wenn der Winterpelz gewachsen ist: besonders warm, besonders wetterbeständig, besonders flauschig. Das Winterfell von Nerzen, Füchsen, Kaninchen und Marderhunden wird den Tieren zum Verhängnis. Die Pelzindustrie nennt sie dann “Kanin”, “Finnraccoon” oder “Mink” und bestückt mit ihnen Wintermäntel, Schals und Accessoires.

 

In den Wochen vor Weihnachten werden die Tiere auf Farmen umgebracht, gleichzeitig in Bekleidungsläden wie ESCADA als Produkte angepriesen. Daher ruft die Offensive gegen die Pelzindustrie jährlich zu den Winteraktionstagen auf: An den umsatzstärksten Tagen des Jahres werden Tierrechtler_innen, Tierbefreier_innen und Tierschützer_innen ESCADA einmal mehr ihren Widerstand entgegensetzen. Konsument_innen soll ein weiteres mal vor Augen geführt werden, was hinter dem Konsumartikel “Pelz” wirklich steckt: zerstörte Leben, körperliches und psychisches Leid, Millionen gewaltsame Tode.

 

Helft mit, die Pelzindustrie und ESCADA weiter in die Defensive zu drängen! Organisiert Kundgebungen, Demos, Strassentheater, Flugblattverteilungen und Aktionen vor ESCADA-Läden. Macht es ihnen schwer weiter Umsätze in Millionenhöhe auf Kosten der Pelztiere zu machen!

 

Weiterlesen: Wie ihr auch online protestieren könnt, Vorlagen für Flyer & wem es an den Kragen gehen sollte, wenn es bei Euch keine Escada-Filiale gibt



Münster, Wien, Berlin, München, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg – Bericht zur Escada pelzfrei! Aktionstour


Vom 5. Oktober 2019 bis zum 9. November 2019 fand zum ersten Mal die ESCADA PELZFREI Aktionstour statt. Zu der Demoreihe hatte die Offensive gegen die Pelzindustrie (OGPI) aufgerufen. Von der ersten Station in Münster bis zur letzten in Hamburg fanden in verschiedenen Städten immer am Wochenende Proteste gegen ESCADAS Pelzhandel statt. Insgesamt 13 Aktionen machten deutlich, dass ESCADAs Wiedereinstieg in den Pelzhandel noch immer nicht hingenommen wird.

 

Lest den Bericht über die Aktionstour und die Protest in den verschiedenen Texten hier



Die Pelzindustrie gehört abgeschafft! Aufruf zum Pelzcheck 2019


 

Im Herbst werden die Geschäfte und Schaufenster wieder mit der Mode für die kommende Wintersaison bestückt. Auch wenn viele Designer*innen und Modehäuser bereits aus dem blutigen Pelzhandel ausgestiegen sind, finden sich nach wie vor Unternehmen, die mit der Haut einst fühlender Lebewesen Profit machen wollen. Die Offensive gegen die Pelzindustrie (OGPI) fordert alle Aktivist*innen auf, im Herbst und Winter 2019 zu überprüfen, welche Unternehmen weiterhin pelzfrei sind und welche nach wie vor am Pelzhandel festhalten.

 

Alle weiteren Infos, welche Unternehmen im Fokus des Pelzcheck 2019 stehen, welche Fragen uns wichtig sind:

www.offensive-gegen-die-pelzindustrie.net/wordpress/aktiv-werden/pelzcheck-2019



PRESSEMITTEILUNG: ESCADA pelzfrei Aktionstour


Jede Woche in einer anderen Stadt, jede Woche gegen die tödliche Gewalt der Pelzindustrie.

Pressemitteilung, Offensive gegen die Pelzindustrie, Berlin, den 20.09.2019

Weiterlesen



Escada Pelzfrei! Macht euch bereit für die Aktionstour im Oktober und November


Käfig an Käfig, Reihe an Reihe. Und im Spätherbst jährlich das gleiche Bild: Systematisch wird ein Fuchs oder Nerz nach dem nächsten durch einen Stromstoß oder in einer Box mit Gas umgebracht. Der Alltag auf Pelztierfarmen weltweit, egal ob in China oder Dänemark.

Aufrechterhalten wird die Pelzindustrie auch heute noch von Unternehmen, die Pelz verkaufen, wie etwa ESCADA. Entscheidungen von Modeunternehmen, die gegen die Leben der Tiere getroffen werden.

 

Das wollen wir nicht länger hinnehmen! Nach fast einem Jahrzehnt ohne Pelz, hat das Unternehmen ESCADA wieder den Pelzverkauf aufgenommen. Der Modekonzern stellt sich damit auf die Seite einer Industrie, die ihre Existenz auf Leichen baut. Mehr als 50 Millionen Nerze, Füche und andere Tiere jährlich. Zeit, unsere Proteste gegen diese Industrie zu intensivieren, die sich aus der Gewalt gegen Tiere finanziert.

Im Oktober und November 2019 werden wir in einem breiten Bündnis in Deutschland und Österreich gegen ESCADA protestieren. Jede Woche in einer anderen Stadt, jede Woche gegen die tödliche Gewalt der Pelzindustrie. Werdet aktiv, macht mit bei der ESCADA PELZFREI-Aktionstour 2019!

 

Aktionstermine

  • 05.10. Münster – Demonstration zur Escada-Filiale. Start 12:00 Uhr Stubengassenplatz. Weitere Infos: hier.
  • 12.10. Wien – Demo vor Escada Filiale am Graben 26 (ab 14 Uhr). Weitere Infos: hier.
  • 17.10. Berlin – Demo vor Escada-Filiale in der Friedrichstraße 176 (genauere Infos folgen)
  • 26.10. München – Demozug durch die Innenstadt. Treff und Abschluss am Escada-Store in der Maximilianstraße 25 (Start: 14 Uhr). Weitere Infos: hier.
  • 02.11. Düsseldorf – Demo (genauere Infos folgen)
  • 02.11. Frankfurt – Demo vor der Escada-Filiale am Goetheplatz. 14 bis 18 Uhr. Weitere Infos: hier.
  • 09.11. Hamburg – Demo durch die Innenstadt zur Escada-Filiale. Treffpunkt um 14:00 Uhr. Mönckebergstraße Ecke Lange Mühren (Saturn am Hbf.). Weitere Infos: hier.

 

 

Weitere Informationen

Escada-Pelzfrei Aktionstour 2019: Alle Infos auf der Seite zur Tour

Hintergründe zur Kampagne, weitere Protestmöglichkeiten und Kopiervorlagen für Flyer: Findet ihr hier

 



Herbst 2019: Aktionstour und weitere Proteste gegen Luxusmodekonzern Escada geplant


Als die Offensive gegen die Pelzindustrie (OGPI) vor gut 20 Jahren ihre politische Arbeit startete, sprach wenig für ein baldiges Ende der Pelzindustrie. Viele Modeunternehmen nahmen Pelzapplikationen in ihr Sortiment auf und mehr als 20 Pelzfarmen töteten jährlich hunderttausende Tiere, um deren Felle profitabel zu verkaufen. Nach zahlreichen Kampagnen steht die Pelzindustrie nun vor dem Aus: Anfang des Jahres gab die letzte deutsche Pelzfarm, die Nerzzucht in Rahden/Westfalen, ihr Ende bekannt. Die Branchenverbände gaben ihre Tätigkeit auf, die allermeisten Modeunternehmen – selbst Konzerne wie Gucci oder Versace – und auch zentrale Modemessen verzichten mittlerweile auf Pelz.

 

Eines der wenigen Unternehmen, die noch Produkte mit Fellen von bspw. Nerzen oder Marderhunden verkaufen, ist ausgerechnet das deutsche Luxusmodeunternehmen Escada. Ausgerechnet, da Escada vor knapp 10 Jahren nach Protesten den Pelzhandel zunächst beendete und vor 2 Jahren wieder anfing Echtpelzwaren zu verkaufen. Die Antwort der OGPI und vieler anderer Tierrechtsinitiativen war klar: Proteste gegen Escadas Pelzverkauf!

 

Seid dabei: Escada Pelzfrei Aktionstour geplant

 

Nach zahlreichen Aktionstagen und regelmäßigen Kundgebungen u.a. in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien steht das Unternehmen wieder unter Druck. Und diesen wollen wir weiter erhöhen: Im Herbst werden wir wieder zu Protesten gegen Escada aufrufen. Wir werden mit einer Demonstrationsreihe, der Escada Pelzfrei Aktionstour, gegen den Pelzhandel des Münchner Unternehmens protestieren. Beginnend im Oktober werden wir an den folgenden Wochenenden in verschiedenen Städten größere Aktionen, also Demonstrationszüge und kraftvolle Kundgebungen durchführen.

 

Wir rufen daher dazu auf: Werdet Teil der Demoreihe! Organisiert euch mit anderen Gruppen in eurer Region und plant im Oktober oder November eine größere Aktion in eurer Stadt. Schreibt der OGPI von geplanten Aktionen. Wir versuchen euch bei euren Vorhaben zu unterstützen und die Proteste zu koordinieren.

 

Weitere Proteste im Herbst und Winter

 

Darüber hinaus werden wir vom 20. bis zum 24. Dezember 2019 zu Winteraktionstagen aufrufen, um in möglichst vielen Städten lautstark zu zeigen: Wir lassen nicht locker bis Escada pelzfrei ist. Und selbstverständlich machen wir Escada unsere Forderungen umso deutlicher je mehr Aktionen stattfinden. Protestiert daher auch in der Zwischenzeit vor den Filialen und mobilisiert auch online für Proteste.

 

Alle Infos zu den Protesten, Flyervorlagen und Online-Banner findet ihr hier.



Weiterer Erfolg: Breuninger bestätigt kompletten Pelzverzicht ab 2020 an


Im Herbst 2018 verkündete das Deutsche Tierschutzbüro, dass das Unternehmen Breuninger nach zahlreichen Anti-Pelz-Aktionen der Organisation entschieden habe, ab 2020 keine Waren mit Echtpelz mehr zu verkaufen. “Die Sortimentsumstellung wird bis Frühjahr/Sommer 2020 abgeschlossen sein”, schreibt Breuninger in einer Pressemitteilung, zunächst ohne mitzuteilen, ob sich der Pelzverzicht auf tatächlich alle Tierarten bezieht. In der Vergangenheit nannten sich Unternehmen wiederholt pelzfrei, obwohl sie bspw. Kaninchenfelle im Sortiment führten.

 

Die Modehaus hatte zunächst auf Kontaktversuche der OGPI und anderer Organisationen nicht reagiert. Nach einer kritischen Stellungnahme hinsichtlich der Unklarheiten teilt Breuninger nun mit einem Schreiben vom Mai 2018 an die OGPI mit: “Gerne teilen wir Ihnen mit, dass wir uns bei unserem Pelz-Ausstieg an das Fur Free Retailer Programm richten.” Das Fur Free Retailer Program verpflichtet Unternehmen auf jede Form von Pelz von Tieren, die für vorrangig für die Pelzproduktion gehalten und getötet werden, zu verzichten. Explizit ist die Verwendung von Füchsen, Nerzen, Waschbären, Kaninchen und Karakul-Lamm ausgeschlossen (Weitere Informationen zum Fur Free Retailer Program: hier).

 

Breuninger ist mit seinen 12 größeren Warenhäusern, 500 Millionen Euro jährlichen Umsatz und mehr als 5.000 Beschäftigten ein mittelgroßes Unternehmen der Einzelhandelsbranche. Breuninger führte jahrelang eine ganze Reihe von Pelzwaren unter anderen von Escada, Canada Goose und Bogner, die allesamt nach wie vor von der Ausbeutung von Tieren durch die Pelzindustrie profitieren. Bereits vor 15 Jahren starteten Aktivist_innen der OGPI Proteste in Erfurt, Leipzig und am Stammsitz in Stuttgart Proteste. Das Unternehmen war zudem wiederholt im Fokus von Aktionen der OGPI-Winteraktionstage. 2017 startete das Deutsche Tierschutzbüro eine Kampagne mit Kundgebungen, Go-Ins und Plakataktionen.

 

Auch wenn Breuninger erst im Jahr 2020 den Pelzhandel beendet, sehen wir einen weiteren Erfolg für die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung. Pelzverkaufende Unternehmen sind im Einzelhandel mittlerweile deutlich in der Minderheit. Mit jeden Unternehmen, dass auf Pelz verzichtet brechen der Pelzindustrie weitere Absatzmärkte. Das Geschäft mit der Ausbeutung von so genannten Pelztieren wird zunehmend unrentabler, was nicht zuletzt an der Schließung der letzten deutschen Pelzfarmen und dem Niedergang der Pelz verarbeitenden Branche ablesen lässt. Wir danken allen Aktivist_innen für ihr Engagement!

 

 

Bis kein Tier mehr für die Pelzindustrie sterben muss!