OGPI INFO

ERLEBE WIGNER! beendet Pelzverkauf – Vorläufiger Erfolg durch Protestmails


Wigner_Jacken mit PelzkragenMit Beginn der Wintersaison 2015/2016 wurden im bayerischen Kaufhaus “ERLEBE WIGNER!” Pelzprodukte aus Marderhunden, Kaninchen und Waschbären der Marken Parajumpers und Blonde No 8 angeboten. Die von einer beherzten lokalen Aktivistin in einem sozialen Netzwerk geäußerte Meinung “Der Laden gehört boykottiert” beantwortete derselbe mit einem juristischen Einschüchterungsversuch durch seine Anwälte. Die Unterlassungsklage musste aber schnell zurück gezogen werden, da es sich bei der Aussage der Aktivistin um einen “wirtschaftlich uneigennützigen Boykottaufruf im öffentlichen Raum” handelte, der dem Gesetz nach als freie Meinungsäußerung gilt. Hierüber berichtete auch das Wochenmagazin Der Freitag im Januar.

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Informiert von dem Vorgehen WIGNERs hat die Offensive gegen die Pelzindustrie zur Unterstützung der Aktivistin und zum Protest gegen das Kaufhaus in Mittelfranken aufgerufen. Dank der regen Beteiligung von Tierrechtler_innen und anderen Menschen, kann die Aktivistin nun bei ihren Anwaltskosten unterstützt werden. Mindestens genauso wichtig ist aber: Das Unternehmen “ERLEBE WIGNER!” hat schließlich eingelenkt und sich dazu entschlossen, die Kleidungsstücke mit Echtpelz zurückzuschicken bzw. abzuverkaufen und vorerst keine weiteren nachzubestellen! Unser Protest war also mal wieder sehr erfolgreich!

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Auf Nachfrage der OGPI teilte WIGNER mit: “Wir führten Jacken mit Echtpelzbesatz mit Herkunftsnachweis von zwei Firmen. Diese Nachweise erscheinen uns nach erneuter kritischer Prüfung als nicht ausreichend. Deshalb haben wir uns entschieden, die Jacken mit Echtpelzbesatz künftig aus dem Sortiment zu nehmen.”
Damit ist “ERLEBE WIGNER!” im bayerischen Zirndorf erstmal pelzfrei! Das haben wir ausschließlich den Aktiven zu verdanken, die WIGNER kontaktierten, gegen das Unternehmen protestierten und Kund_innen aufklärten. Leider war das Unternehmen nicht dazu bereit sich langfristig zu einer pelzfreien Unternehmenspolitik zu bekennen oder auch nur eine Aussage über die Geschäftspolitik bezüglich Echtpelz für die folgenden Wintersaisonen zu treffen. Wir werden das Kaufhaus kommenden Herbst deshalb besonders aufmerksam beobachten.

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Wir danken allen engagierten Menschen, die uns dabei unterstützt haben ein weiteres Kaufhaus pelzfrei zu machen. Über finanziellen Support für die von “ERLEBE WIGNER” geklagte Aktivistin würden wir uns sehr freuen, sodass ihre Anwaltskosten beglichen werden können. Eure Beiträge bitte an
Kontoinhaber: die tierbefreier. e.V.

IBAN: DE94 5005 0201 0000 2968 21

BIC: HELADEF1822

Frankfurter Sparkasse

Betreff: Wigner

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Es zeigt sich immer wieder: Solidarisches Engagement gegen die Pelzindustrie kann erfolgreich sein!



Kampagnen und verhinderte Wiedereinstiegsversuche 2011/2012


Auch wenn es seit der erfolgreichen Beendigung der Escada-Campaign 2010 keine Kampagne unter Beteiligung der Offensive gegen die Pelzindustrie (OGPI) mehr gegeben hat, so heißt dies mitnichten, dass die Aktivist_innen oder die OGPI in diesem Zeitraum untätig waren. So konnten durch gezielte Recherchen, Anschreiben und Aktionsaufrufe sowohl Wiedereinstiegsversuche von bereits pelzfreien Unternehmen verhindert, als auch Ausstiege einzelner Unternehmen aus dem Pelzhandel erreicht werde. Hierzu zählen Gerry Weber, Kaufhof, Anson’s, Hallhuber und Appelrath-Cüpper.

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Einen Überblick gibt der Text: Kampagnen und verhinderte Wiedereinstiegsversuche 2011/2012



Hallhuber kündigt Verzicht auf Pelz an


Das deutsche Modeunternehmen Hallhuber mit mehr als 100 Verkaufflächen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden hat verlauten lassen, in Zukunft auf die Verwendung von Echtpelz zu verzichten. In einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 13.08.2012 heißt es:  „Das deutsche Unternehmen HALLHUBER hat sich entschieden bei künftigen Bestellungen auf den Einsatz auf Echtpelz zu verzichten. HALLHUBER wird nach dem Abverkauf der aktuellen Kollektionen pelzfrei sein.“

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Die Hallhuber GmbH mit Sitz in München hatte bereits 2008 angekündigt auf den Verkauf von Echtpelz zu verzichten. Grund war eine Kampagne italienischer Tierbefreiungsaktivist_innen gegen die Unternehmensgruppe Stefanel zu der Hallhuber damals gehörte. Nach dem Verkauf Hallhubers an das internationale Finanzkonsortium Change Capital Partner LLP setze Hallhuber den Pelzausstieg aus und verkaufte weiterhin Pelzwaren.

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Der jetzigen Entscheidung voraus gegangen waren Online-Protestaktionen über soziale Netzwerke wie Facebook, die Hunderte Unterstützer_innen fanden (Link zum Aktionsaufruf). Unklar ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt, ob Hallhuber tatsächlich auf alle Formen von Pelz verzichten wird. Verschiedene Unternehmen darunter auch Kaufhof legitimierten bspw. den Verkauf von Kaninchenfell mit dem fadenscheinigen Argument, dass Felle als Abfallprodukte der Fleischindustrie zu betrachten sei.

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Nichtsdestotrotz dankt die Offensive gegen die Pelzindustrie den Aktivist_innen für ihren Einsatz!



Kein Wiedereinstieg in den Pelzhandel – GERRY WEBER nimmt Pelzprodukte nach Protesten wieder aus dem Sortiment


Nachdem in diesem Winter bei Kontrollen in Filialen von GERRY WEBER gehäuft Artikel mit Kaninchenfell gefunden wurden, kontaktierte die Offensive gegen die Pelzindustrie das Unternehmen und forderte den Modekonzern auf, ab sofort auf die Verwendung von Echtfellprodukten zu verzichten. Aktivist_innen aus Bielefeld organisierten in den letzten Wochen bereits Protestaktionen vor GERRY WEBER-Filialen (Bericht). Nun teilte die Unternehmensleitung der Offensive mit, dass nun wieder „auf den Einsatz von Echtpelz“ verzichtet werde. Weiterhin heißt es in der Mitteilung vom 31.01.2012: „Die Produkte sind aus dem Handel entfernt worden und unsere Lieferanten sind angewiesen, nur noch Fellimitate zu verwenden.”

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Bereits 2007 teilte die GERRY WEBER International AG der Offensive auf Nachfrage mit, dass das Unternehmen ab der Wintersaison 2007 pelzfrei sein werde. Dies schließe alle Fellarten ein und es werden nur noch Fellimitate eingesetzt, so das Unternehmen. Auf eine routinemäßige Nachfrage im September 2010 hin bekannte sich GERRY WEBER weiterhin zu dieser Pelzfreiheit.

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In diesem Winter wurde der Offensive jedoch berichtet, dass gleich in mehreren Filialen Artikel mit oder aus Kaninchenfell zum Verkauf angeboten wurden. Aktivist_innen in Bielefeld, nicht weit entfernt vom Unternehmenssitz in Halle/Westfalen, reagierten im Januar 2012 kurzerhand mit organisierten Protesten auf diese Zustände: Drei Wochenenden hintereinander demonstrierten sie über mehrere Stunden vor der lokalen Filiale des Unternehmens. Hunderte von Passant_innen unterschrieben “rote Karten” gegen das Unternehmen, und forderten GERRY WEBER auf, sofort alle Echtfelle aus dem Sortiment zu nehmen. Auch die lokale Presse berichtete.

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Das Unternehmen verteidigte zunächst den Einsatz von Kaninchenfellen mit der Begründung, diese werden “artgerecht als Nutztiere gehalten” und das “primäre Ziel der Aufzucht” stelle “nicht etwa die Herstellung von Pelzen, sondern die Nahrungserzeugung dar.” Die Offensive stellte klar, dass Kaninchenfell ebenso wie andere Tierfelle von der Pelzindustrie verarbeitet würden und jede Beteiligung am Pelzhandel entschlossene Proteste nach sich ziehen würde. Das Unternehem entschied daraufhin auf einer Vorstandssitzung die sofortige Rücknahme aller Felle aus dem Handel.

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Die Verhinderung eines Wiedereinstiegs von GERRY WEBER in den Pelzhandel kann sicherlich als ein Erfolg gewertet werden. Nicht zuletzt waren auch die kreativen Proteste in Bielefeld eine wichtige Entscheidungshilfe für das Unternehmen, auf die Verwendung von Pelzprodukten zu verzichten. Es hat sich aber auch gezeigt, dass die Entwicklungen in der Bekleidungsindustrie aufmerksam beobachtet und Unternehmen, die in der Vergangenheit eine Pelzfreiheit erklärt haben, im Auge behalten werden müssen. Denjenigen Unternehmen, die einen Wiedereinstieg in den Pelzhandel planen, sei gesagt, dass sie mit unserem Widerstand rechnen müssen. Wir sind entschlossen den Pelzhandel ein für allemal zu beenden.



Pressemitteilung: Nach Ankündigung weiterer Proteste: ESCADA beendet Pelzhandel endgültig


Großer Erfolg für die Escada-Campaign

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Offensive gegen die Pelzindustrie

Berlin, den 15.10.2010

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ESCADA gibt vollumfänglichen Ausstieg aus dem Pelzhandel bekannt. Die internationale Escada-Campaign hatte zu einem Protestwochenende am 15. bis 17. Oktober aufgerufen, da vorherigen Ankündigungen zum Trotz weiterhin Echtfellartikel verkauft wurden. Die OrganisatorInnen der im Herbst 2007 gestarteten Kampagne sprechen von einem großen Erfolg (Bericht des Kampagnenbündnisses).



Pressemitteilung: Nach Protesten: ESCADA kündigt Ausstieg aus dem Pelzhandel an


Großer Erfolg für die „Escada-Campaign“

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Offensive gegen die Pelzindustrie,

Berlin, den 02.07.2010

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In einer Pressemitteilung kündigt der deutsche Luxusmodekonzern ESCADA einen Verzicht auf den Verkauf von Pelzprodukten an. In dem Schreiben, dass der Offensive gegen die Pelzindustrie vorliegt, heißt es wörtlich: “Mit der Pre-Fall 2010 Kollektion, die seit Mai 2010 in den Geschäften erhältlich ist, verwendet ESCADA keine Zuchtpelze mehr.” TierbefreierInnen und PelzgegnerInnen die sich zur “Escada-Campaign” zusammengeschlossen haben, hatten in den letzten zwei Jahren regelmäßige Proteste gegen den Pelzhandel bei ESCADA organisiert. Die OrganisatorInnen der Kampagne rufen nun dazu auf, die Prosteste einzustellen. Sie kündigten aber an, dass die Kampagne unvermindert fortgeführt werde, wenn ESCADA die Ankündigung nicht umsetze oder nicht alle Formen von Echtfellprodukten aus dem Sortiment nehme.



Schritt für Schritt ans Ziel – Hamelner Bekleidungsunternehmen gibt nach Protesten Pelzausstieg bekannt


Um Erfolge im Rahmen von Antipelzarbeit zu erreichen, braucht es nicht zwangsläufig die Möglichkeit an einer der großen internationalen Kampagnen teilzunehmen. Auch in Städten ohne Max Mara oder Escada können Tierbefreier_innen ihre Stadt Schritt für Schritt auf einen pelzfreien Weg bringen, wie ein Beispiel aus Hameln  erneut zeigt.

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Die lokalen Aktivist_innen der Tierbefreier Ortsgruppe Hameln hatten nach Bekanntgabe der Pelzfreiheit von BiBA im Herbst 2009 in ihrer Stadt Kontrollen durchgeführt, welche Geschäfte Pelz verkaufen und welche nicht. Im Anschluss haben sie die Geschäfte, die Echtpelz in ihrem Sortiment führten, selbst angeschrieben, um über die Hintergründe der Pelzindustrie zu informieren. So auch das Unternehmen Wellner, in dessen Nähe die Tierbefreier_innen Infostände zum Thema Pelz durchführten. Wellner antwortete den Tierbefreier_innen, dass es sich bei den Fellen um “Abfallprodukte” handle und die Tiere eines “natürlichen Todes” gestorben seien sowie, dass das Unternehmen mit dieser Thematik “sehr sensibel” umgehe. Die Aktivist_innen hakten weiter nach und das Unternehmen versicherte in der Folge eine Prüfung der Möglichkeit, auf Echtfelle zu verzichten.



Pressemitteilung: Nach Protesten – BiBA verzichtet auf den Verkauf von Echtfellprodukten


Früheres Tochterunternehmen der ESCADA AG kündigt gegenüber Offensive gegen die Pelzindustrie an, in Zukunft pelzfrei zu werden.

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Offensive gegen die Pelzindustrie,

Berlin, den 31.07.2009

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Das Duisburger Bekleidungsunternehmen BiBA GmBH hat gegenüber der Offensive gegen die Pelzindustrie angekündigt ab der Herbst/Wintersaison 2009/2010 auf den Verkauf von Echtpelzprodukten zu verzichten. Das ehemalige Tochterunternehmen der ESCADA AG mit seinen über 550 Filialen war im Zuge einer internationalen Kampagne gegen den Pelzhandel von ESCADA in den Fokus von Protesten gegen die Pelzindustrie geraten.



Miss Sixty und Diesel kündigen Ausstieg aus dem Pelzhandel an


Erneute globale Erfolge im Kampf gegen den Pelzhandel

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Nach Informationen des italienischen Anti-Pelz-Netzwerkes AIP haben die bekannten Bekleidungsmarken Miss Sixty und Diesel angekündigt, in Zukunft keinen Pelz mehr verkaufen zu wollen. Beide Unternehmen fällten diese Entscheidung, nachdem eine globale Kampagne gegen ihren Pelzhandel bereits in den Startlöchern stand. Die von AIP geplante Kampagne gegen Miss Sixty sollte eigentlich im September mit einem globalen Aktionswochenende starten. Einige Tage vor dem Start der Kampagne kontaktierte die Sixty Group jedoch das AIP-Netzwerk und teilte den Aktivist_innen mit, dass das Unternehmen in Zukunft pelzfrei werde, wenn die Kampagne gestoppt werde. Die Sixty Group ist weltweit eine der führenden und trendangebenden Unternehmen in seinem Segment und verkauft mit seinen Marken Miss Sixty, Killah Babe und Energie hautpsächlich Damenbekleidung für eine junge und modebewusste Zielgruppe.

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Nach dem Erfolg gegen den Pelzverkauf bei Miss Sixty war schnell ein neues Kampagnenziel gefunden. Das ebenfalls global präsente Unternehmen Diesel, eine bekannte und einflussreiche Marke mit über 300 eigenen Shops weltweit, gab ebenfalls bekannt, aus dem Handel mit Echtfellprodukten auszusteigen. Auch hier konnte durch die drohende Perspektive einer kraftvollen Kampagne ein Erfolg erzielt werden.

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In Italien gibt es nach der letzten Kampagne gegen das Unternehmen Gruppo Coin also derzeit eine ähnliche Entwicklung wie in Deutschland nach dem Ausstieg von Peek & Cloppenburg. Hier wurden, mit einem Domino-Effekt, gleich mehrere Unternehmen nacheinander pelzfrei, da sie als nächstes Kampagnenziel in Frage kamen.

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Weitere Informationen:

Homepage der Attacca l’industria della pelliccia: hier

Berichte und Artikel der Offensive zu Pelzausstiegen: hier

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ICC bleibt komplett pelzfrei!


Die Erfolgsnachrichten reißen nicht ab; nach dem Pelzausstieg von Stefanel vor wenigen Tagen kann nun eine weitere länderübergreifende Anti-Pelz-Kampagne erfolgreich beendet werden.

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Das vor allem im skandinavischen Raum agierende Unternehmen IC-Company (ICC) gab am 5. Mai bekannt auch in Zukunft komplett pelzfrei zu bleiben. Laut dem ICC Mitarbeiter Henrik Theilbjørn ist diese Entscheidung vor allem darauf zurückzuführen, dass die MitarbeiterInnen? des Unternehmens sehr unter den Protesten litten und bereits begannen sich unsicher zu fühlen.
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Eigentlich hätte es ICC auch besser wissen müssen. Das Unternehmen wurde bereits vor 4 Jahren nach einer intensiv geführten Kampagne pelzfrei, dachte dann aber Anfang 2008 laut darüber nach, Pelz wieder ins Sortiment zu nehmen. Die logische Folge dieser Überlegungen war natürlich eine Wiederaufnahme der Anti-Pelz-Kampagne gegen das Unternehmen. Hauptsächlich in Dänemark und Schweden kam es zu regelmäßigen lautstarken Protesten vor den Filialen der unterschiedlichen ICC-Marken sowie vor den Büros und Niederlassungen der Firma. Einziger Wehrmutstropfen: nur die 100% zum Unternehmen gehörenden Marken werden pelzfrei – die nur teilweise zu ICC gehörende Marke Malene Birger wird weiter Pelz in Form von Verbrämungen und Accessoires führen.