OGPI INFO

Auch Schleswig-Holsteins letzte Nerzfarm schließt


pelsdyravler1Nachdem im vergangenen Jahr Alfons Grosser (ehemaliger Vorsitzender des Zentralverbands deutscher Pelztierzüchter) die Schließung seiner Betriebe bekannt gab (OGPI-Bericht), wurde nun auch die Nerzfarm in Schlesen bei Kiel geschlossen. Laut Focus bestätigte das zuständige Veterinäramt des Landkreises Plön, dass keine Nerze mehr in der von Carsten und Nils Sörnsen betriebenen Zuchtanlage gehalten werden.

 

Drei weitere “Pelzfarmen” sollen noch in diesem Jahr geschlossen werden. Hierzu zählen ein Betrieb in Sachsen-Anhalt und zwei von Jürgen und Joseph Brokamp betriebene Anlagen in Wesenburg-Zirtow und Güstrow-Klueß in Mecklenburg-Vorpommern. Brokamps klagten gegen die Umsetzung der neuen Nutztierverordnung, die Einschränkungen der Haltung sog. Pelztiere vorschreibt und mussten 2014 einem Vergleich zustimmen, der eine Schließung der Anlagen Ende 2017 vorsieht. Zum Jahresende sei Schluss, erklärte Jürgen Brokamp gegenüber den Norddeutschen Neuesten Nachrichten, er steige komplett aus der Pelztierhaltung aus.

Vor dem Aus steht auch die Nerzfarm Grabow bei Burg (Sachsen-Anhalt), Betreiber Herbert Poschke gab 2016 gegenüber der Magdeburger Volksstimme an, den Betrieb im Laufe dieses Jahres aufzugeben.

 

Werden diese Ankündigungen umgesetzt, verbleiben einzig die “Pelzfarm” Schirmer und Partner in Rochlitz (Sachsen) und die “Nerzfarm” Rahden/Nordrhein-Westfalen.

 

Weitere Informationen:

ARIWA-Übersicht noch betriebener und in den letzten Jahren geschlossener “Pelzfarmen”: www.ariwa.org/images/stories/pdfs/Pelzfarmen_aktuell_2017_02.pdf



Tschechien: Zustand auf Pelzfarmen auch nach Veterinärkontrollen skandalös


obrazDie tschechische Tierrechtsorganisation OBRAZ (“Animal Defenders”) hat im März diesen Jahres Bildmaterial von acht der derzeit elf registrierten ‘Pelztier’farmen in Tschechien veröffentlich. Wie sooft beobachteten die Aktivist_innen verletzte, tote und psychisch schwer angeschlagene Tiere auf allen Farmen: http://www.obrancizvirat.cz/en/fur/

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Die mediale Berichterstattung über die Veröffentlichungen sorgte nicht nur in der Bevölkerung für Empörung, sondern setzte auch die Veterinärbehörden unter Druck. Die daraufhin initiierten Kontrollen der Fuchs-, Chinchilla- und Nerzzuchten ergaben nichts, den Veterinären sei nichts aufgefallen, was zu beanstanden gewesen wäre. Jetzt, wenige Monate nach den behördlichen Besuchen hat OBRAZ ein weiteres mal in den ‘Pelztier’farmen gefilmt und damit bewiesen, dass die Zustände auch nach den Kontrollen zahlreiche Übertretungen der Tierschutzgesetze darstellen: http://www.obrancizvirat.cz/en/fur/latest-footage-2015

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Obraz versucht weiterhin ein Verbot der Farmen durchzusetzen und damit zukünftig 10.000 Tieren jährlich den gewaltsamen Tod für die Pelzindustrie zu ersparen.

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Sammlung von Recherchen inklusive des Film- und Fotomaterials unter:

www.offensive-gegen-die-pelzindustrie.net/wordpress/pelzindustrie/recherchen



Klage zurückgewiesen. Pelzfarm Sörnsen bei Kiel steht vor dem Aus.


Das Verwaltungsgericht Schleswig hat die Klage der Sörnsen GmbH gegen die verfügte Schließung des Betriebs der Pelzfarm in Schlesen-Neuenkrug bei Kiel am 29. August abgewiesen. Rund 30 Pelzgegner_innen demonstrierten vor der Verhandlung am Gericht.

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Mit der Veränderung der Haltungsbedingungen von sog. Pelztieren im Dezember 2011 war eine Vergrößerung der Käfige vorgeschrieben wurden. Die Sörnsen GmbH reichte Klage gegen die gesteigerten Anforderungen ein und setzte den Betrieb unverändert fort. Die Klage wurde nun zurückgewiesen, eine Berufung des Urteils vor dem Oberverwaltungsgericht wurde zugelassen. Die gerichtlichen Auseinandersetzungen werden aller Wahrscheinlichkeit nach in die nächste Instanz gehen. Bis dahin legitimierte das Verwaltungsgericht den Weiterbetrieb der Anlage, was nichs anderes als den sicheren Tod von Tausenden Nerzen in den kommenden Monaten bedeutet.

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Die sog. Pelztierverordnung sieht erheblich größere Käfige für Nerze, Füchse und Marderhunde vor. Bereits 10 Farmen haben in der Folge ihren Betrieb eingestellt, da die Veränderungen mit erheblichen Mehrkosten verbunden sind. Der Großteil der noch verbleibenden 11 Pelzfarmen hat die veränderten Haltungsbedingungen nicht umgesetzt und versucht auf dem Klageweg einen Aufschub bzw. die Außerkraftsetzung zu erwirken. Jedoch wurden zuletzt auch in Düsseldorf, Greifswald und Münster Klagen von Pelzfarm-Betreiber_innen zurückgewiesen. Berufungen gegen die Urteile stehen indes noch aus. Derzeit werden noch etwa 150.000 Nerze auf Pelzfarmen gehalten, um aus ihren Fellen Pelz zu verarbeiten.

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Pressebericht:

Artikel bei sh:z (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag)



Nach Schließung zahlreicher “Pelzfarmen” – Auch Nerzfarm Nettetal vor dem Aus!


Das Verwaltungsgericht Düsseldorf beschäftigte sich vor kurzem mit der Nerzfarm Nettetal (Nordrhein-Westfalen). Was war passiert? Das Landratsamt Viersen hatte den Betreibern der Anlage untersagt, weiter Nerze zu züchten und zu halten und die unverzügliche Auflösung des “Nerzbestandes” angeordnet. Die Betreiber hatten sich wie viele andere Nerzzüchter_innen geweigert, die Käfige entsprechend der ab Dezember 2011 geltenden Haltungsverordnung zu vergrößern.

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Gegen diese Anordnung brachten die Betreiber der Nerzfarm Nettetal einen Antrag auf “einstweiligen Rechtsschutz” vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf ein. Der Antrag wurde am 26. Januar jedoch zurückgewiesen. “Der Antragsteller hätte ausreichend Zeit gehabt, die neuen Haltungsverordnungen umzusetzen”, so der Richter in seiner Begründung. Ob gegen diese Entscheidung eine Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalens in Münster eingereicht wird, ist ungewiss.

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Die Veränderungen der Haltungsverordnungen wurden bereits 2006 vom Gesetzgeber verabschiedet. Den Pelzzüchter_innen wurden jedoch großzüge Übergangsfristen eingeräumt, so dass erste Änderungen erst 2011 wirksam wurden (weitere 2016). Gegenwärtig klagen mehrere Pelzzüchter_innen gegen die Verordnung. Darunter auch Joseph und Jürgen Brokamp, Betreiber Deutschlands größter Pelzfarmen in Güstrow und Zirtow (beide Mecklenburg-Vorpommern) sowie Carsten und Nils Sörnsen, Betreiber von Schleswig-Holsteins letzter Nerzfarm in Schlesen-Neuenkrug bei Kiel.

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Weitere Informationen:

Bericht zum Verfahren: juris.de



Zwei weitere “Pelzfarmen” endgültig geschlossen!


Das Gerücht kursierte schon eine Weile, doch nun endlich konnte es bestätigt werden: Die “Pelzfarm Süderbrarup” ist geschlossen und vollständig abgebaut worden. Nachdem die Pelzfarmen in Trittau, Harrislee und Bargenstedt bereits schließen mussten, verbleibt somit nur noch eine letzte Pelzfarm in Schleswig-Holstein, welche von der Sörnsen GmbH in Schlesen/Neuenkrug bei Kiel betrieben wird.

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Erfreuliche Nachrichten gibt es derweil auch aus Baden-Würtemberg. Die “Pelztierfarm Bonnet” in Ötisheim bei Pforzheim, hat ebenfalls ihren Betrieb eingestellt. Dies wurde auf Anfrage auch von den Betreibern bestätigt. In der Anlage wurden zahlreiche Nutria gehalten, um ihre Felle zu Pelz zu verarbeiten. Unter dem Label “Robo Pelze” werden von den ehemaligen Betreibern aber weiterhin Felle verarbeitet und verkauft.

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Nach und nach schließen also immer mehr deutsche Pelzfarmen – ein deutliches Signal, dass sich die Pelzindustrie im Abwärtstrend befindet. Die Offensive gegen die Pelzindustrie begrüßt diese Entwicklung und ruft weiterhin zu Demonstrationen und anderen, legalen Protestaktionen gegen Pelzfarmen auf.

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In den letzten Jahren kam es zudem vermehrt zu direkten Aktionen gegen Pelzfarmen in ganz Deutschland. So wurden noch im September 2010 alle Käfige der Farm in Süderbrarup während einer Freilassungsaktion geöffnet. Auch die Pelzfarm in Melle schloss kurz nachdem Aktivist_innen 2007 mehrere Hundert Käfige auf der Farm zerstört hatten. Und auch in Schlesen/Neuenkrug wurden im Juli 2008 mindestens 2000 Nerze freigelassen.

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Für den 01. Oktober wird im Rahmen eines Aktionstages bundesweit zu mehreren Demonstrationen gegen Pelzfarmen aufgerufen (weitere Infos: hier).